Reformationsdenkmal (Genf)

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Die Wand
Farel, Calvin, Beza, Knox
Das Internationale Reformationsdenkmal, Luftaufnahme

Das Internationale Reformationsdenkmal (französisch Monument international de la Réformation) in Genf erinnert an die internationale Ausstrahlung der Genfer Reformation.

Erbauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zum Denkmal stammte 1902 von dem Pfarrer und Hochschullehrer Auguste Chantre und der Grundstein des Denkmals wurde am 400. Geburtstag von Johannes Calvin am 6. Juli 1909 gelegt. Das aus einem Wettbewerb mit 70 Konkurrenten siegreich hervorgegangene Projekt stammte von vier Schweizer Architekten (Alphonse Laverrière, Eugène Monod, Charles Dubois und Jean Taillens) und die Statuen wurden von den beiden französischen Bildhauern Paul Landowski und Henri Bouchard ausgeführt.[1][2] Das Denkmal wurde am 7. Juli 1917 eingeweiht.[3]

Ikonographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht aus einer etwa 100 m langen, bewusst schmucklos gehaltenen Skulpturenwand im Parc des Bastions beim Hauptgebäude der Universität Genf. Die zum Bau verwendeten Steine stammen aus den Steinbrüchen von Pouillenay im Burgund. Gegenüber der Wand liegt eine Treppe aus Granit vom Mont Blanc, in deren Seitenmauern die Namen „Luther“ und „Zwingli“ eingemeisselt sind.

Auf einem Sockel, der mit der griechischen Abkürzung des Namens Jesu (ΙΗΣ) beschriftet ist, stehen in der Mitte die vier wuchtigen Statuen von Guillaume Farel, Johannes Calvin, Theodor Beza und John Knox. Links und rechts davon folgen Reliefs zu wichtigen Ereignissen der Reformationsgeschichte.

Zu jedem Relief gehört wiederum eine kleinere Statue einer mit dem auf dem Relief dargestellten Ereignis in mehr oder weniger nahem Zusammenhang stehenden reformierten Persönlichkeit (dazu jeweils das Thema des Reliefs):

Zwei weitere Reliefs beziehen sich auf Farel und Knox:

  • bei einer Versammlung in einem Haus an der Rue Basses vollzieht Pierre Viret, der spätere Reformator der Waadt, in Anwesenheit von Farel und Antoine Froment am 22. Februar 1534 erstmals in Genf eine reformierte Taufe
  • John Knox predigt in der Kirche St Giles zu Edinburgh vor dem Hofstaat Maria Stuarts

Über das ganze Denkmal zieht sich die Inschrift POST TENEBRAS LUX („Nach der Dunkelheit Licht“) – der Wappenspruch des reformierten Genf und aller Reformierten, die in der protestantischen Reformation eine Rückkehr zum Licht sahen.

Ergänzungen 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschrift für Marie Dentière an der Seite der Zwingli gewidmeten Stele.
Inschrift für Petrus Waldes De Lyon, John Wyclif und Jan Hus.

Am 3. November 2002 wurde die Mauer anlässlich des Reformationsfestes mit drei weiteren Namen von Vorläufern der Reformation versehen (Petrus Waldes, John Wyclif und Jan Hus) sowie erstmals mit dem Namen einer Frau, nämlich der Theologin und Reformationshistorikerin Marie Dentière (ca. 1495–1561) aus Tournai.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Genfer Reformationsdenkmal – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chancellerie de l’Etat de Genève: Le parc des Bastions (Memento vom 6. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today). URL aufgerufen am 28. April 2008.
  2. Monuments, martyrdom, and the politics of religion in the. 17. Januar 2008, archiviert vom Original am 17. Januar 2008; abgerufen am 27. Oktober 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.encyclopedia.com
  3. Das Reformationsdenkmal in Genf

Koordinaten: 46° 12′ 0,8″ N, 6° 8′ 44,2″ O; CH1903: 500194 / 117354