Königliche Ordonnanz

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Eine königliche Ordonnanz (französisch ordonnance royale bzw. du roi) war ein gesetzgeberischer Akt der Könige Frankreichs von Philipp IV. (dessen erste entstand 1287) bis zu Ludwig XVI. Die betroffene Zeitspanne umfasste das Spätmittelalter und die beginnende Neuzeit. Frühere Erlasse verkündeten eher öffentliches Recht, während spätere mehr Regelungen des Privatrechtes zum Inhalt hatten. Die Bezeichnung einzelner Abschnitte in den Ordonnanzen war Artikel.[1]

Einzelne Ordonnanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ordonnance de Montils-lès-Tours[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in der ordonnance de Montils-lès-Tours[2] enthaltene Artikel 125 (erlassen 1452 vom Kapetinger Karl VII.) ordnete an, für das ganze Reich amtliche Sammlungen von Gewohnheitsrecht anzulegen. Diese Maßnahme ermöglichte, das Gesammelte nach verschiedensten Rechtsgebieten und Regionen jeweils in coutumes zu erfassen und unter der Hinzuziehung von Vertretern des Adelsstandes vom König als geltendes Recht mit lettres patentes in Kraft zu setzen.

Für die Rechtsgeschichte war dies insofern bedeutsam, da Gewohnheitsrecht – das als ungeschriebenes Recht sich vom übrigen Recht unterschied – nun schriftlich festgehalten wurde. So stand es dann z. B.

zur Verfügung. Die zu bewältigende Datenmenge war sehr umfangreich, sodass dieses Vorhaben von der Sammlung bis zum Verfassen der coutumes erst in der Zeit der Herrschaft Karl IX. beendet wurde. (↑ siehe hierzu Das Ancien Droit)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Frey: Lehrbuch des französischen Civilrechts, Band 1. Verlag Heinrich Hoff. Mannheim, 1840.
  2. entspricht dem Schloss Plessis-lès-Tours