Christian Sewing

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Christian Sewing (* 24. April 1970 in Bünde) ist ein deutscher Bankmanager. Er ist seit dem 1. Januar 2015 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank und seit dem 8. April 2018 dessen Vorsitzender.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1989 absolvierte Sewing eine duale Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank in Bielefeld, die er 1991 mit dem IHK-Abschluss beendete.[1] Anschließend studierte er berufsbegleitend Betriebswirtschaft an den Bankakademie-Außenstellen in Bielefeld und Hamburg.

Von 2005 bis 2007 war Sewing Mitglied des Vorstands der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank.[2]

Von Juni 2013 bis Mai 2015 leitete er das Deutsche Bank Group Audit. Anfang 2015 wurde ihm das Rechtsressort übertragen, womit er erstmals in den Vorstand einzog.[3] Zuvor hatte er einige Führungspositionen im Bereich Risikomanagement inne, neben Frankfurt auch an den Standorten Singapur, Toronto, Tokio und London. Von 2012 bis 2013 war er Stellvertretender Risikomanager und Leiter Risikomanagement und Risikostrategie. Zuvor, von 2010 bis 2012, war er Leiter der Kreditsachbearbeitung der Deutschen Bank.[4]

Am 8. April 2018 trat er als Nachfolger von John Cryan das Amt als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank an. Zuvor hatte er für den Unternehmensbereich Privat- und Geschäftskundenbank verantwortlich gezeichnet.[5]

Sewing ist Präsidiumsmitglied im Wirtschaftsrat der CDU.[6]

Eine Woche nach seiner Berufung zum Chef der Deutschen Bank wurde Sewing in den Vorstand sowie das Präsidium des Bundesverbands deutscher Banken gewählt. Auch dort trat er die Nachfolge von Cryan an.[7]

Christian Sewing ist Hobbytennisspieler, verheiratet und Vater von vier Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Osnabrück.[8]

Vorwurf unentdeckter Geldwäsche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Bank zahlte im Jahr 2017 mehr als 600 Millionen US-Dollar im Rahmen eines Vergleiches an die Behörden in den USA und Großbritannien. Bei der Bank waren Mirror Trades auffällig geworden – ein System, mit dem zwischen 2011 und 2015 Milliarden aus Russland und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion über Aktienkäufe und Verkäufe ins westliche Finanzsystem geschleust wurden. Bestandteil des Systems ist, dass Aktien mit Rubel gekauft und noch am gleichen Tag in Dollar wieder verkauft werden. Mirror Trades müssen nicht illegal sein, sie werden für Transaktionen ins Ausland genutzt, aber häufig auch zur Geldwäsche. Zehn Milliarden US-Dollar aus dubiosen Geschäften flossen so auf den internationalen Finanzmarkt. Wie durchgestochene Unterlagen der US-Finanzaufsicht zeigen, handelte es sich dabei u. a. um Geld russischer Oligarchen. Wesentlich involviert waren die Deutsche Bank-Filialen in Moskau und London.

Christian Sewing war bis 2014 Chef der internen Revision und u. a. für Russlandgeschäfte verantwortlich. Seine Abteilung bemerkte in einem Audit allerdings angeblich keine Regelverstöße.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Schelp: Deutsche Bank: Letzte Rede des Co-Vorstands Jürgen Fitschen. Neuvorstand Christian Sewing formuliert eigenwilliges Lob für seine ostwestfälische Heimat. In: Neue Westfälische, 14. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2018.
  2. Anne Kunz: Kopf der Woche: Christian Sewing. Der Risikomann. In: Welt am Sonntag, 25. Oktober 2015, abgerufen am 9. April 2018.
  3. Wer ist der neue Chef der Deutschen Bank? Ein Porträt nzz.ch, vom 9. April 2018
  4. Michael Rasch: Chefwechsel bei der Deutschen Bank angeblich beschlossene Sache. In: Neue Zürcher Zeitung (online), 8. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  5. Christian Sewing wird neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Deutsche Bank, Pressemitteilung, 8. April 2018, abgerufen am 8. April 2018.
  6. Tim Kanning: Sewing oberster Banklobbyist. FAZ (Ressort Wirtschaft), 20. April 2021
  7. Christian Sewing folgt John Cryan im Vorstand und Präsidium des Bankenverbandes. Bundesverband deutscher Banken, Pressemitteilung, 16. April 2018, abgerufen am 20. April 2018.
  8. Rolf Obertreis: Vom Auszubildenden nach ganz oben. Mannheimer Morgen, 9. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  9. tagesschau.de: FinCEN Files-Datenleak setzt Deutsche Bank unter Druck. Abgerufen am 21. September 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]